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Edelkrebse in der Göltzsch
Lutz Glaser und Stefan Wild, Plauen, den 31.08.2006

Edelkrebse in der Göltzsch, das hat uns alle überrascht, aber riesig gefreut.

Hier können Sie unser aktuelles Video anschauen (Windows Media Player):   ab dsl 1000


Am Sonntag, den 17. Juli 2005, also vor mehr als einem Jahr war unser Schatzmeister Benno Schöpe erstmals mit Fliegenrute an der Göltzsch zum Fischen unterwegs. Zitat: "Ich war von diesem Fluss einfach begeistert. Am Wehr Mühlwand traute ich meinen Augen nicht, vor mir ein Panzer eines Edelkrebses. Groß, sogar sehr groß. Die Fundstelle ca. 1,5 km stromab von Mühlwand. Das hätte ich nicht erwartet - einfach toll. Soweit ich zu diesem Zeitpunkt wusste, der Edelkrebs ist in Sachsen eine Art die auf der Rote Liste der gefährdeten Tiere stand. Für mich galt ab diesem Tag Augen auf, auch unter Steinen"

 

 

Am 30.10.2005 war es dann soweit, unser Mitglied Klaus Spitzner hat bei seinem Kontrollgang einen Edelkrebs in der Göltzsch beobachtet, ca. 900 m stromaufwärts oberhalb der Ortslage Mühlwand (Mündung des Schneidenbaches). Mit dabei war wieder unser Schatzmeister Benno Schöpe. Man kann sich vorstellen, wie er sich bei dieser Beobachtung gefreut hat, war es doch diemal kein Totfund.
Am 09.11.2005 haben wir die Fischereibehörde über unsere Beobachtungen wie folgt informiert:

Zitat: "Wir möchten Sie hiermit über Nachweise des Edelkrebses (Astacus astacus) in unserem Fischereipachtgewässer Göltzsch in Kenntnis setzen. Folgende Funde sind zu verzeichnen:


1)      Totfund vom 17.07.2005, Fundort Göltzsch, 700 m stromabwärts unterhalb Ortslage Mühlwand, Zeuge: Benno Schöpe (Unterzeichner)
2)      Lebendfund vom 30.10.2005, Fundort Göltzsch, 900 m stromaufwärts oberhalb Ortslage Mühlwand (Mündung des Schneidenbaches), Zeugen: Benno Schöpe (Unterzeichner), Klaus Spitzner.

Unter Verweis auf den gesetzlichen Schutzstatus und die Gefährdung des Edelkrebses in Sachsen beantragen wir die sofortige einstweilige Sicherstellung des Biotops Göltzsch gemäß §§52, 43 SächsNatSchG. Die naturschutzrechtliche Würdigung der Kostbarkeiten der Göltzsch deckt sich mit den Zielen unseres gemeinnützigen Vereins. Die Göltzsch (einschließlich der Fundorte) ist als FFH-Gebiet unter der EU-Meldenr. DE5339303, Landesinterne Nr.: 290 gemeldet.
Wir erklären unsere Bereitschaft, Maßnahmen zur Untersuchung, Pflege und Entwicklung der Edelkrebs-Population durchzuführen oder daran mitzuwirken. Als Inhaber des Fischereirechtes am Gewässer bringen wir beste Voraussetzungen für diesbezügliche Aktivitäten unter Anleitung der Naturschutzbehörde mit. Wir bitten um Aufnahme der Göltzsch in ein geeignetes behördliches Untersuchungsprogramm zur weiteren Abklärung der Bestandssituation des Edelkrebses." Zitat Ende


Die Mitglieder der IGFS e.V. haben nach diesen Beobachtungen natürlich intensiv weiter versucht, den Deutschen Edelkrebs in der Göltzsch aufzuspüren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, wie man den Nachweis am effektivsten führen kann, ging es mit den Krebsreusen am Besten.  Besonders in Gewässerkolken (besonders am Wehrkolk Lenkmühle in Weißensand und am Wehr Pappenstampf unterhalb von Wolfspfütz) und in der Nähe von Bacheinmündungen war der Nachweis des Edelkrebses dann endlich erfolgreich. Es gab aber auch Streckenabschnitte in denen wir keinen Nachweis erbringen konnten. Dies resultiert aber aus dem starken Verbau dieser Gewässerabschnitte. Sollte die Wasserqualität sich in den nächsten Jahren verbessern und alte Sünden am und im Gewässer beseitigt werden, könnten die Göltzsch und der Edelkrebs eine Erfolgs-geschichte werden.

 

 

In der Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Referat 63 - Fischerei - läuft zur Zeit das von der Europäischen Union geförderten FIAF-Projekt "Erfassung der Bestandssituation der Krebse im Freistaat Sachsen - Möglichkeiten für Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen als Voraussetzung für eine Nutzung in der Aquakultur". Ziel dieses Projektes ist es, die Verbreitung der verschiedenen Flusskrebsarten in Sachsen zu erfassen.
Im Rahmen dieses Projektes werden in der Zeit vom 01.07.2006 bis zum 30.04.2008 wissenschaftliche Probefänge von Flusskrebsen durchgeführt.


Dazu werden stichpunktartig in verschieden Fließ- und Standgewässern Krebsreusen aufgestellt, welche eindeutig als Eigentum des LfL gekennzeichnet sind.

Wir bitten Herrn Martin als Beauftragter der LfL uns beim weiteren Nachweisen des Edel-
krebses in der Göltzsch zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Glaser stellv. Vors. der IGFS und Stefan Wild Gewässerwart der Göltzsch


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